Der Silberrücken im Geschäftsalltag

Oder: Soll man dem Silberrücken den Rücken streicheln?

Sie kennen das. Sie nehmen an einer Besprechung teil und die artet aus.

Jeder hat irgendwann das Bedürfnis, auch etwas sagen zu wollen – und wenn es nur darum geht, dem Silberrücken am Tisch die Silberhaare am Rücken zu streicheln.

Solche Sitzungen sind für mich und waren es immer – ein Graus.

Doch sie sind Alltag.

Und das ist vermutlich einer der Gründe, warum ich mich im Jahre 1991 entschieden habe, unabhängig und auf eigenen Beinen zu stehen.

  • Alltag ist, dass ein Silberrücken am Tisch sitzt.
  • Alltag ist, dass ihm von den Teilnehmern der jeweiligen Besprechung der Rücken gestreichelt wird.
  • Alltag ist, dass Besprechungen oft nur der Absicherung der Rangordnung dienen.

Doch und nun muss ich ehrlich sein. Es ist schon ein tolles Gefühl, so am Tisch zu sitzen und die Aufmerksamkeit ist auf mich gerichtet – nur weil ich in der Rangordnung etwas höher sitze, als die, um mich herum. Denn als Coach oder Consultant bin ich einen Rang höher als der, der der mich gebucht hat.

Meine Autorität ist dabei NICHT eine natürliche. Es ist eine gebuchte, gekaufte.

Ich versuche immer wieder, mich so natürlich und authentisch wie nur möglich zu verhalten, doch bin ich das auch? Vermutlich nicht, denn im Business-Umfeld verhalte ich mich ja anders, als in der Freizeit, wenn ich beispielsweise Alphorn spiele.

Wenn es nun um Hierarchien geht, dann ist es ja nicht so, dass eine hierarchisch höhere Position, auch eine Silberrücken-Position ist. Denn es kann ja sein, dass am Tisch ein versteckter Silberrücken sitzt. Und wenn das der Fall ist, dann wird es kompliziert. Dann werden Besprechungen zu verbalen Ringkämpfen, wo eben einer gewinnen muss. Das ist das Schicksal derjenigen, die sich um Ränge streiten.

Reden wir mal von Konsens: Was hat das alles mit Konsens zu tun?

Sehr viel. Denn wenn man sich mal mit dem Thema befasst hat, dann erkennt man darin, dass das mehr ist als endloses Geplapper. Konsens bedeutet nicht mehr und weniger als: Jeder darf sich als Teil des Ganzen sehen und fühlen.

Machen wir mal einen politischen Abstecher. Ich nehme Sie mit nach Bern. In die Hauptstadt der Schweiz. Zu unserer Regierung. Zu unseren 7 Bundesräten.

Wer nun glaubt, wir Schweizer seinen träge und langsam, …

der lebt einem Klischee nach, das nicht stimmt. Träge und langsam das können auch Berliner, Wiener, Hamburger sein. Wir sind dynamisch. Nicht gerade feurig, zugegeben. Doch dafür haben wir die Tessiner. Unsere feurigen Italiener in der Schweiz.

Ich wollte ja eigentlich über den Konsens reden. Das ist ganz verrückt, wie das bei uns läuft und für Deutsche, mit einem Hang zum Imperativ ist das ein Graus. Und ich kenne sehr viele imperativ getaktete Deutsche. Ein paar Schweizer sind das auch – ehrlich gesagt.

Ach ja, der Konsens:

Unsere Landesregierung setzt sich aus 7 Bundesräten zusammen. Das sind unsere Minister. Die schliessen sich einmal in der Woche im Bundesratszimmer ein. Das ist so eine Art Bunker, wo niemand anders hinein kommt. Ja, und da wird gerungen. Wer da nun der Silberrücken oder die Silberrückin ist, weiss niemand. Nur unsere glorreichen Sieben.

Die Sieben setzen sich aus vier der grössten Parteien zusammen. Von extrem links bis extrem rechts.

Und nun wird es ganz verrückt.

Die ringen um Lösungen und streiten. Ganz alleine unter sich. Und dann kommen die raus und an der anschliessenden Pressekonferenz vertreten die Sieben EINE Antwort. EINE Lösung. EINE Meinung.

Undenkbar, in Deutschland. Sensationell, wenn man sich auch in Deutschland, mal mit Konsens befassen würde.

Sie erkennen: Ich schlage Haken.

Rede, resp. schreibe ums Thema herum. Ist eben so, weil mein Denken eben nicht linear läuft, sondern mich eben inspiriert, durch das was ich schreibe und es dann niederschreibe und wieder inspiriert. Immer weiter und weiter und weiter.

Und genau so muss es in Unternehmen laufen. Genau so.

Man ringt und kämpft um Meinungen. Geht in den Dissens und sucht den Konsens.

Sie glauben nicht, wie sich eine Kultur verändert, wenn dies so läuft. Dich das setzt voraus, dass die Rollen bei den Besprechungen anders verteilt sind.

Ein ganz wichtiger Anfang ist dann gemacht,

wenn die Sitzungen im Stuhlkreis laufen und damit begonnen wird, dass der Chef das erste Protokoll schreibt. Und dann abwechselnd immer eine andere Person.

Natürlich ist dies für den Silberrücken nicht interessant. Doch für das Unternehmen hat das eine sensationelle Signalwirkung.

Also setzen Sie diese Signale. Beginnen Sie jetzt!

Alles beginnt da, wo das Ziel «Persönliche Excellence-Entwicklung» sein muss. Jede andere Orientierung ist eine Orientierung neben der Wirklichkeit vorbei.

Glauben Sie es mir. Es ist der einzige Weg.

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